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20.08. - Grundlagen des christlich-islamischen Dialogs

… aus evangelischer Sicht - erarbeitet von Kirchenpräsident
Pfarrer Prof. Dr. Peter Steinacker und Susanna Faust vom Zentrum Ökumene.

1. Zum christlich-islamischen Dialog gibt es keine Alternative. Muslime leben als
Teil unserer Gesellschaft dauerhaft in Deutschland.

2. Der Dialog muss auf Augenhöhe und damit offen geführt werden, denn er findet
weithin nicht mit Gästen statt, sondern mit Einheimischen. Der Islam ist in
Deutschland heimisch.

3. Auf christlicher und muslimischer Seite sollen möglichst viele Konfessionen und
Glaubensrichtungen einbezogen sein. Wie Christen auch, haben Muslime ganz verschiedene religiöse, kulturelle, nationale und soziale Identitäten. Und sie reagieren
ganz unterschiedlich auf die Inkulturation in das deutsche Umfeld. Die pluralistische
Gesellschaft hat über viele Fragen eine innerislamische Debatte ausgelöst. Der
Dialog muss also vielschichtig und auf Veränderungen gefasst sein. Dabei ist Rücksicht
auf Empfindlichkeiten nicht dasselbe wie Akzeptanz.

4. Ein Dialog vor dem Dialog muss Ziele, Bedingungen und Grenzen gründlich klären.
Denn aufgrund verschiedener Verständnisse von Religion, vom Sinn, Ablauf
und Ziel eines Dialogs sowie aufgrund verschiedener sprachlicher und kultureller
Prägungen ist die Gefahr von Missverständnissen groß.

5 . Dialog kann weder Mission noch Vermischung der Religionen heißen. Die Themen
und Interessen beider Seiten müssen angemessen vorkommen. Vor dem Dialog
haben beide Seite Ängste. Viele Muslime fürchten den Zwang zu Assimilierung und
Identitätsverlust, Christen befürchten Überfremdung und Selbstmarginalisierung.
Dem beugt nur eine beiderseitige klare Profilierung vor.

6. Dialog setzt Verständigungsbereitschaft, aktive Ablehnung von extremistischen
Äußerungen und Akzeptanz der demokratischen Grundwerte voraus.

7. Mit dem Dialog verbindet die evangelische Kirche folgende Anliegen:

1. über die eigenen theologischen Grundlagen, das Verhältnis zu Staat und
Verfassung sowie die eignen Strukturen informieren.
2. entsprechende Informationen über den Islam erhalten
3. die Integration der Muslime in die Gesellschaft fördern
4. gesprächsbereite Muslime auch innerhalb ihrer Organisationen stärken
5. im Dialog sich besser kennen lernen und das eigene Profil schärfen
8. Ziel ist ein friedliches Zusammenleben in versöhnter Verschiedenheit auf der Basis
des Grundgesetzes in Deutschland.

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